Die SKK war die Antwort
der im Zivil- und Katastrophenschutz der 90er Jahre mitwirkenden
Organisationen auf eine schwindende Gesprächsbereitschaft
des Bundesministeriums des Innern mit den Verbänden im
Bevölkerungsschutz.
Ziel war damals die Einrichtung eines "Runden Tisches"
als offene, freie und fachkompetente Gesprächsplattform
für alle beteiligten Behörden, Verbände, Institutionen
und sonstigen Stellen im Katastrophenschutz. Eine solche freie
Gesprächsmöglichkeit war Ausdruck des praktizierten
Subsidiaritätsprinzips in einem von der Verfassung vorgezeichneten
föderalistischen System der politischen und verwaltungsmäßigen
Zuständigkeiten in der Gefahrenabwehr und im Schutz-
und Hilfeleistungssystem.
Am 29. September 1997 eröffnete
der ASB-Bundesgeschäftsführer Wilhelm Müller
die konstituierende Sitzung der neuen "Ständigen Konferenz
für Katastrophenvorsorge und Katastrophenschutz (SKK)".
Die Gründung erfolgte
damals auf Beschluss der Präsidenten und Vorsitzenden der
im Katastrophenschutz tätigen Organisationen ARKAT, ASB,
DFV, DLRG, DRK, JUH, MHD, und der THW-Helfervereinigung.
Anlässlich dieser
Sitzung stellte sich der damalige Oberbürgermeister der
Stadt Köln. Dres. h.c. Norbert Burger den Teilnehmern als
Kandidat für den Vorsitz zur Verfügung und wurde einstimmig
für dieses Amt gewählt. Die Geschäftsführung
der SKK übernahm 1997 der ASB-Bundesverband.
Das Ziel der SKK war und
ist es nach wie vor, als Denkfabrik und integratives Gremium
eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller am Katastrophen-
und Zivilschutz Beteiligten sicherzustellen. Auf dieser Basis
werden allgemein gültige und möglichst bundesweite
Empfehlungen zur Optimierung der Versorgung erarbeitet. Vor
dem Hintergrund von Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung
und Kostendämpfung einerseits und sachlicher Erfordernisse
und Rahmenbedingungen andererseits, sollen diese Empfehlungen
im Bevölkerungsschutz richtungweisend sein.
Um dies gemeinsam zu erarbeiten
wurden damals vom Plenum acht Projekte ins Leben gerufen. Im
Laufe der Zeit entwickelten sich daraus einzelne Projektgruppen
aus welchen wesentliche und in Teilen sogar prägende und
richtungsweisende Impulse für den Bevölkerungsschutz
hervorgegangen sind.
Die meisten Ergebnisse
der Projektgruppen werden als Broschüren veröffentlicht
und an die vorgesehenen Adressaten (z.B. Länderministerien
und Behörden) mit Anwendungsempfehlungen weitergegeben.
Nach zehn Jahren erfolgreicher
Arbeit ist nun ein Punkt erreicht, der es nötig macht,
die derzeitige Situation der SKK kritisch zu beleuchten. Runde
Jubiläen verführen dazu, die Kernfrage zu stellen:
Will man und wenn ja, wie will man die nächste Jahre angehen?
Zumal die Arbeit der SKK - auch das darf nicht verschwiegen
werden - von gelegentlicher Ablehnung vor allem aus Länderministerien
begleitet wurde. Erfreulich war, dass sich das Bundesamt für
Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) kurz nach
seiner Gründung zur Zusammenarbeit bekannt hat.
Dies zeigt uns, dass man
umdenken und weiterdenken muss. Fachübergreifend und interdisziplinär,
ohne Rücksicht auf politische oder sonstige Einzelinteressen,
muss die versammelte Fachkompetenz am Runden Tisch diskutieren.
Es müssen Empfehlungen, Fragestellungen, Warnungen und
auch Antworten erarbeitet werden. Es gibt also viel zu tun.
Es gilt den gemeinsamen den Weg zu suchen und zu finden, um
weiterhin gute Dienste anbieten zu können. Nur damit kann
letztlich auch mit Hilfe dieser Arbeit die Gesellschaft auf
allen Ebenen geschützt werden.
Im Rahmen einer Neuausrichtung
ist es erforderlich, dass sich die SKK organisatorisch griffigere
Statuten gibt. In diesem Zusammenhang gilt es, die Ziele für
die kommende Dekade auf den Punkt treffend zu formulieren und
im Rahmen gekonnter PR-Arbeit diese Ziele auch zu verkaufen.
Nur so kann die Grundlage für eine stärkere Inanspruchnahme
der Arbeitsergebnisse auf allen Ebenen durch die in Politik
und Verwaltung Zuständigen geschaffen werden. Es ist die
absehbar ansteigende Gefährdungslage, die gemeinsame Einsicht
aller, dass dringender Handlungsbedarf im Katastrophenschutz
besteht und die Einsicht der Notwendigkeit einer sicheren Krisenkommunikation,
die uns für die nächsten 10 Jahre Kraft schöpfen
lässt.
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